Ist die „Mietpreisbremse“ wirklich ein Problem für Investoren?

Geschrieben von: Alexander Goldwein Am: Kommentar: 0 Hits: 731

Die beschlossene Neuregelung sieht eine Deckelung von Mieterhöhungen bei Neuvermietung von Wohnraum vor und soll nach dem erklärten Willen der politischen Akteure verhindern, dass die Wohnraummieten in hochpreisigen Ballungszentren in den Himmel steigen.

Eine Wohnung darf nach Inkrafttreten der Regelung fortan nur noch höchstens zehn Prozent teurer vermietet werden als eine vergleichbare Wohnung derselben Größe und Lage. Vergleichsmaßstab ist dabei die ortsübliche Vergleichsmiete, die aus dem Mietspiegel oder einer Mietdatenbank hervorgeht. Diese Deckelung tritt aber nicht flächendeckend in ganz Deutschland in Kraft, sondern nur in solchen Regionen, die von den Bundesländern in einer Rechtsverordnung als „angespannte Wohnungsmärkte“ ausgewiesen werden. Welches Bundesland für welche Region von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wird, bleibt abzuwarten. Eine Verpflichtung der Bundesländer zur Ausweisung solcher Gebiete ist jedenfalls nicht vorgesehen.

In der Neuregelung sind 2 Ausnahmen von der Mietpreisbremse vorgesehen: Wohnungen, die nach dem 01.01.2014 neu gebaut wurden und Wohnungen, die umfassend saniert und danach erstmals neu vermietet werden, sind von der Mietpreisbremse ausgenommen. Eine umfassende Sanierung in diesem Sinne liegt aber nur dann vor, wenn der Vermieter für die Umbauarbeiten ein Drittel der Kosten investiert, die ihn ein kompletter Neubau gekostet hätte. Diese Ausnahmen betreffen bei Lichte betrachtet nicht die typischen Renditeimmobilien, auf die ein Immobilieninvestor setzt.

Fazit

Die Mietpreisbremse ist bei typischen Renditeimmobilien in mittleren Wohnlagen mit mittlerer Ausstattung kein so großes Thema. Anders sieht es aus, wenn Sie auf Premiumlagen in Metropolen setzen. Denn mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die Bundesländer nur solche als angespannte Wohnungsmärkte ausweisen. Darüber hinaus sind die typischen Renditeimmobilien in mittleren Wohnlagen auch deshalb eher weniger von der Mietpreisbremse betroffen, weil Neuvermietungen in diesem Marktsegment zu mehr als 10% oberhalb des Mietspiegels kaum durchsetzbar sein dürften. Die Mietpreisbremse zielt daher eher auf das Premiumsegment von Immobilien in Metropolen ab und dürfte daher bei Lichte betrachtet für die meisten Renditeimmobilien kaum einen messbaren Effekt entfalten. Sie sollten sich daher von der beabsichtigten Neuregelung nicht abschrecken lassen, eine Zukunft als privater Immobilieninvestor anzustreben.

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