Warum ist Deutschland für Investoren in Wohnimmobilien so interessant?

Geschrieben von: Alexander Goldwein Am: Kommentar: 0 Hits: 811

Das Interesse von Investoren an Wohnimmobilien in Deutschland ist schon immer sehr groß gewesen und hat in den letzten Jahren einen weiteren Schub bekommen. Die Attraktivität deutscher Wohnimmobilien als Investitionsobjekt ist aber nicht nur krisenbedingt.

Ein Blick auf Zahlen und auf die globalen Rahmenbedingungen erhellt die Zusammenhänge: Die neuesten Zahlen des europäischen Statistikamtes EUROSTAT haben bestätigt, dass es in Deutschland im EU-Vergleich den prozentual höchsten Anteil von Mietern in der Bevölkerung gibt. Demnach lebten im vergangenen Jahr in Deutschland 47,5% der Bevölkerung in einer Mietwohnung während es im EU-Durchschnitt nur 29,9% waren. Die deutsche Quote ist schon immer so hoch gewesen und es deutet alles darauf hin, dass sie auch langfristig so hoch bleiben wird. Das bedeutet, dass es bei Wohnimmobilien ein sehr großes und stabiles Marktsegment für die Bewirtschaftung gibt. Denn der Grund für diese hohe Quote sind stabile rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland, die Mietern Planungssicherheit bieten. Da es Kündigungsschutz für Mieter gibt und verlässliche Regelungen für die Möglichkeit zur Mieterhöhung, besteht für viele Menschen keine Notwendigkeit, ein Eigenheim zu erwerben, um sich zu Hause fühlen zu können und langfristig einen bestimmten Wohnraum zu sichern. Dieser Umstand wird für Vermieter häufig unter negativen Vorzeichen gesehen. Gesamtwirtschaftlich und langfristig betrachtet ist das jedoch ein Vorteil für Investoren, weil es auch für das Investment Planungssicherheit gibt, dass es langfristig planbare Erträge abwirft. Beruhigend ist in diesem Zusammenhang, dass auch bei wirtschaftlichen Krisen sichere Einnahmen angenommen werden können, weil Mieter als letztes ihre Wohnung aufgeben. Vorher werden alle anderen Einsparmöglichkeiten ausgereizt.


Darüber hinaus enthalten die aktuellen Zahlen von EUROSTAT weitere gute Nachrichten für Immobilieninvestoren: Es wurde ermittelt, dass 11,4 % der EU-Bevölkerung mehr als 40% des verfügbaren Einkommens für das Wohnen ausgeben. In Deutschland hingegen liegt der Prozentsatz bei moderaten 15,9%. Diese Prozentmarke wird als Grenze zur Überbelastung mit Wohnkosten angesehen. Wenn dieser Prozentsatz sehr hoch wird, dann ist das ein Indikator für ein erhöhtes Risiko von Mietausfall und ein geringeres Potential für Mietsteigerungen. In Griechenland liegt der Prozentsatz z.B. bei 40,7%. Die 15,9% für Deutschland überraschen angenehm, weil man in einem so hochpreisigen Land wie Deutschland eine höhere Quote von überbelasteten Mietern erwartet hätte. Das bedeutet aber auch, dass in Deutschland das Verhältnis des verfügbaren Einkommens und der Wohnkosten bei den Mietern sehr gesund ist.


Aus Investorensicht sind das interessante Hintergrundinformationen, die eine Einschätzung ermöglichen, ob z.B. zu erwarten ist, dass die Mieten weiter steigen können in der Zukunft. Wenn die Überbelastungsquote von Mietern bereits sehr hoch ist, dann bedeutet das natürlich auch, dass eine weitere Steigerung nur begrenzt möglich ist. Insofern lassen diese Zahlen den Schluss zu, dass zumindest global gesehen nicht von einer Überhitzung des deutschen Immobilienmarktes gesprochen werden kann. Das bedeutet natürlich nicht, dass in lokalen Märkten (insbesondere in Metropolen) nicht eine Überhitzung vorliegen kann. Insoweit hat sich unter Investoren aber mittlerweile die Erkenntnis durchgesetzt, dass die mageren Mietrenditen in Metropolen, die sich aus den hohen Kaufpreisen im Verhältnis zu den erzielbaren Mieten ergeben, bereits ein „Stoppschild“ für eine Investition in solche Märkte signalisieren. Das heißt aber nicht, dass mittelgroße Städte und das Umland von Metropolen als Standort nicht auch bei der gegebenen Marktlage attraktiv sein können für einen Investor. Das wird durch die Zahlen von EUROSTAT letztendlich bestätigt, weil gesamtwirtschaftlich betrachtet eben keine bedenkliche Überbelastung der Mieter mit Wohnkosten festzustellen ist.
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